März 9, 2017

Sitzbrett im Eigenbau – eine Bauanleitung

by Marcus P.

Das Wichtigste vorab:Die hier vorgestellte Bauanleitung für ein Sitzbrett stellt eine mögliche Variante für die privaten Nutzung dar. Wie bei allen Sitzbrettern muss bei der Benutzung immer auch eine Verbindung zwischen dem Abseilgerät und dem Sitzgurt vorhanden sein! Die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr!


Für die gewerbliche / professionelle Nutzung sollte auf ein Sitzbrett eines
 namhaften Herstellers zurückgegriffen werden!

Nun aber zum “Rezept” …


Die Zutaten (Materialliste):

Aus dem Seiltechnik-Shop (www.seiltechnik-hannover.eu)

:


Aus dem Baumarkt:

Multiplexbrett ca. 600 x 200 x 18 (mm) 2,00 €



Bild 1: Die Hardware

Das Werkzeug:

  • Bohrmaschine, Holzbohrer 10 mm (und 8 mm), “Fräser” 12 mm
  • Winkel, Gliedermaßstab
  • Schmirgelblock und Schmirgelpapier (80er Körnung)
  • Messer und Feuerzeug (alternativ: elektrischer “Seilschneider”)
  • Ballistol (neutrales Mehrzweck Öl zur Oberflächenbehandlung)

 

Die Zubereitung (1. Gang):

  • Bohrungen jeweils 2,5 cm vom Rand anzeichnen (siehe Bild)

Bild 2: Vorbereitung der Bohrungen


  • Löcher mit einen 10 mm Holzbohrer bohren (Bild 3) und …

Bild 3: Bohren (hier mit Bohrmaschinenständer)


  • … danach die Bohrlöcher mit dem “Fräser” entgraten (Bild 4) und mit dem Schmirgelpapier die Kanten “entschärfen” (Bild 5)

Bild 4: Die “Entgratung”


Bild 5: Die “Entschärfung”


 

  • Alle Außenkanten des Bretts bearbeiten und abrunden (Bild 6 und 7)

Bild 7: abgerundete Kanten


  • Anschließend das Brett – bei Bedarf – zur leichten Imprägnierung dünn mit Ballistol einreiben (Bild 8) und einwirken bzw. trocknen lassen



Bild 8: Die “Ölung”


Die Zubereitung (2. Gang):

  • Die Reepschnüre (je 3 Meter 8 mm und 6 mm) jeweils in der Mitte teilen. Dadurch erhält man je 2 Stücken zu je 1,5 Meter
  • Die 8 mm Reepschnur durch die Löcher einfädeln (Bild 9 und 10)

Bild 9: Reepschnur einfädeln

       

 

 

 

 

 

 

Bild 10: Die Ansicht der Unterseite

  • Knoten binden (Bild 11 bis 15) – Doppelter Spierenstich

(siehe z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelter_Spierenstich)


Bild 11: Den ersten Doppelten Spierenstich locker binden …


Bild 12: … das zweite Schnurende durch die Schlaufe(n) stecken und …

Bild 13: … den zweiten Doppelten Spierenstich um die Schnur binden …

Bild 14: … die beiden Spierenstiche zusammenziehen – fertig

Bild 15: Lichtes Maß – ca. 40 cm


  • Das Gleiche auf der anderen Seite wiederholen und …
  • … die Reepschurenden ggf. einkürzen (Bild 16)

Bild 16: Eingekürzte Reepschnurenden

Die Zubereitung (3. Gang):

  • Aus der 6 mm Reepschnur eine Prusikschlinge (ca. 40 cm) herstellen

Zum verbinden der Reepschnurenden kommt hier ebenfalls wieder der Doppelte Spierenstich zum Einsatz (Bild 17 bis 20)


Bild 18: … das andere Ende durch die Schlaufe(n) stecken und dann den zweiten Knoten um die Reepschnur binden, beide Knoten festziehen …


Bild 19: … und die Knoten wieder aneinander ziehen

Bild 20: Lichtes Maß – ca. 40 cm

  • Auf die gleiche Art und Weise die zweite Prusikschlinge herstellen …

… und um die Reepschnüre des Sitzbretts auf beiden Seiten Prusikknoten mit einer 3-fachen Wicklung (!) binden (Bilder 21 und 22)



Bild 21: auf die Position der Knoten achten!

Bild 22: Prusikknoten ordnen und festziehen

  • Die Karabiner in die Riggingplatte und die Prusikschlingen einhängen

Bild 23: fertig montiert

Bild 24: fertiges Sitzbrett (-System)


  • Das System nun vorsichtig testen
  • Obere freie Öse an den Karabiner des Abseilgeräts
  • Untere freie Öse an den Karabiner der Hauptanschlagpunkts am Gurt

Bild 25: Alles eingehängt

  • Das System nun richtig einstellen
  • Falls erforderlich: die Länge der Prusikschlinge ggf. noch verkürzen
  • Abschließend ggf. noch die Enden der Prusikschlingen-Reepschnur einkürzen


Optional (4. Gang):

  • Materialösen anbringen (Bild 26 und 28)
  • 6 mm Reepschnur, ca. 40 bis 50 cm lang
  • Bohrer: 8 mm
  • Randabstände: 10 cm und 5 cm
  • Löcher bohren und bearbeiten, wie bereits oben beschrieben
  • Doppelten Spierenstich auf einer Seite der Reepschnur binden und durch die Löcher fädeln
  • Zweiten Doppelten Spierenstich binden und “Prusikschlaufe” herstellen

Bild 26: Prusikschlaufe als Materialschlaufe Bild 27: Materialschlaufe belastet